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Winkelfehlsichtigkeit / Augenglasbestimmung

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Das Wunder des räumlichen Sehens.....und Winkelfehlsichtigkeit.

Darin werden in anschaulicher Weise und mit vielen Illustrationen die einzelnen Stationen der visuellen Wahrnehmungsprozesse beschrieben. Es ist spannend und faszinierend die komplexen Abläufe des Sehens zu verstehen.


Winkelfehlsichtigkeit (R)

Bei den Händen spricht man von Rechts- oder Linkshändigkeit. Ähnlich ist es bei den Augen. Hier gibt es ein Führungs- und ein Begleitauge. Stellen Sie sich vor, Sie liegen an einem Sandstrand und schauen in den Himmel. Es ist kein Wölkchen zu sehen, Ihre Augen sind völlig entspannt und nehmen ihre physiologische Ruhestellung ein. Sofern eine Winkelfehlsichtigkeit besteht, zielt das Führungsauge senkrecht nach oben, während das Begleitauge schräg abweicht.

Da jedoch beim visuellen Prozess im Gehirn die Seheindrücke vom rechten und linken Auge aufeinander gelegt werden, bekommt das Gehirn, sobald ein Wölkchen am Zenit auftaucht, ein Problem. Das Führungsauge fixiert die Wolke, während das Begleitauge den blauen Himmel daneben ansieht. Die verschiedenen Bilder passen nicht zusammen. Winkelfehlsichtigkeit beschreibt diese Blickrichtungsabweichung der beiden Augen in Ruhestellung.

Die Natur kann diese Abweichung durch zusätzliche "motorische" Anstrengung der Augenmuskeln kompensieren. Diese bewirken, dass nun auch das Begleitauge auf das Sehziel des Führungsauges ausgerichtet wird und die Bilder zur Deckung kommen. Diese zusätzliche Muskelarbeit wird den ganzen Tag über benötigt und kann sehr unangenehme Beschwerden auslösen wie z.B. Kopfschmerzen, rote und brennende Augen, Nackenschmerzen durch schiefe Kopfhaltung und vieles mehr.

Um diese Muskelanstrengungen zu reduzieren, kann das Gehirn weiter auch neuronale Umstellungen vornehmen. Veränderungen von komplexen Nervenschaltungen sind aufwendig und folgenreich. Nachteilige Folgen dieses "sensorischen" Ausgleichs können sich u.a. in einer hohen Lichtempfindlichkeit, Nachtblindheit oder einem eingeschränkten räumlichen Sehen zeigen.

In der Mess- und Korrektionsmethodik nach H.-J. Haase (MKH) wird die Winkelfehlsichtigkeit gemessen und durch Augengläser mit Prismen korrigiert. Ziel ist ein zugleich scharfes und entspanntes Sehen. Im Idealfall entfallen die durch die motorische und sensorische Kompensation verursachten Anstrengungsbeschwerden vollständig.

Der Begriff "Winkelfehlsichtigkeit" wurde 1993 in die optometrische Fachsprache eingeführt. Bis dahin wurde die Bezeichnung "Heterophorie" verwendet. Beide Bezeichnungen haben die gleiche Bedeutung. Die Augenglasbestimmung mittels MKH ist keine medizinisch anerkannte Methode, obwohl sie von einigen renommierten Augenärzten praktiziert wird. Viele positive und beeindruckende Kundenerfahrungen bestärken uns aber darin, unsere Intention mit der MKH zu vertiefen.